Für wen lohnt sich ein Auto-Leasing wirklich?

Was ist bei der Anzahlung, Monatsrate, Schlussrate zu beachten? Erfahre hier wie Auto-Leasing funktioniert.

23.01.2019

Händedruck zum Abschluss vom Auto-Leasing

Für jemanden, der zwar ein neues Fahrzeug braucht, aber sich keines kaufen oder finanzieren möchte, ist Auto-Leasing eine Option. Im Gegensatz zum Autokauf ist das Auto-Leasing für manch einen Fahrer durchaus rentabel. Anstatt jahrelang Raten bei der Bank abzuzahlen, trägst Du meist nur die Kosten einer monatlichen “Miete” und musst Dich später nicht um den Verkauf kümmern. Diese Variante des Fahrzeugbesitzes wird zunehmend populärer.

Stempel mit Leasing-Aufdruck

Leasen ist einfacher als einen Kreditantrag bei der Bank zu stellen, deswegen sind in Österreich inzwischen etwa zwei von fünf Wagen geleast. Doch nicht immer lohnt sich das Geschäft für Privatleute mit dem Auto-Leasing. In unserem Magazin klären wir über die Vor- und Nachteile dieser Variante auf, machen den Vergleich zur Finanzierung und zum Autokauf und schauen uns Spezialfälle, wie Leasing von Gebrauchtwagen oder ohne Anzahlung, an.

1. Wie funktioniert das Auto-Leasing?

Auto-Leasing bedeutet, dass Interessierte das Fahrzeug für einen vorher festgelegten Zeitraum mieten. Das Auto, in den meisten Fällen ein Neuwagen, wird zwar vom Halter genutzt, bleibt aber im Besitz des Leasinggebers. Dieser erhebt für die Nutzung eine regelmäßige Gebühr oder eine Einmalzahlung. Anbieter zum Auto-Leasing sind unter anderem freie Leasing-Gesellschaften, Herstellerfirmen oder Autohäuser.

Die Finanzierungskonditionen sind abhängig vom Anbieter: Manche verlangen eine monatliche Rate, andere beschränken sich auf eine Zahlung am Anfang und am Ende des Leasing-Zeitraums.

Nur durch schwerwiegende Gründe kann der Vertrag vom Auto-Leasing gekündigt werden, zum Beispiel durch Auswanderung oder Diebstahl. Solange der Leasingnehmer im Besitz des Fahrzeuges ist, kommt er außerdem für Wartungsarbeiten, Reparaturen und Versicherungen eigenständig auf.

Kilometerleasing

Ordner mit Leasing-Unterlagen

Die häufigste Variante ein Auto zu leasen ist das Kilometerleasing. Dabei wird direkt zu Leasingbeginn eine Laufzeit festgelegt, die während der Leasingzeit von Dir gefahren wird. Bist Du in der Zeit mehr gefahren, sind die Mehrkilometer nachzuzahlen. Eine Rückzahlung erhältst Du dann, wenn du weniger als vereinbart gefahren bist. Oft sind die Beträge bei Mehrkilometern höher als die Rückzahlung von Minderkilometern. Daher lohnt es sich, vorher bereits das Verhältnis im Vertrag genau anzusehen.

Das Kilometerleasing birgt in der Regel geringere Risiken für den Leasingnehmer, sofern er seine durchschnittliche Fahrleistung kennt. Meistens sind in den Verträgen auch Toleranzbereiche von 1500 bis 2500 Kilometern enthalten, sodass bei einer realistischen Schätzung keine unerwarteten Kosten auftreten.

Restwertleasing

Mit dem Restwertleasing gehst Du eine deutlich riskantere Form des Leasings ein. Denn hier wird bereits vor Vertragsabschluss geschätzt, wie hoch der Restwert des Leasingfahrzeugs am Ende der Laufzeit noch haben wird. Basierend darauf werden dann die monatlichen Leasingraten bestimmt. Liegt der Wert des Autos über der Schätzung, erhältst Du Geld zurück. In der Regel ist es jedoch umgekehrt. Ist das Auto weniger wert als zuvor geschätzt, ist die Differenz als Nachzahlung fällig.

Der Leasingnehmer geht hier das sogenannte Restwertrisiko ein. Denn es ist nicht selten, dass die Restwertschätzung im Vertrag zu hoch angesetzt ist. Außerdem ist der Restwert der Leasingfahrzeuge eine sehr unsichere Form der Berechnungsgrundlage. Marktschwankungen haben durchaus erheblichen Einfluss darauf.

Ein Restwertleasing mit Andienungsrecht bietet zusätzlich die Möglichkeit, den PKW nach Vertragsende zum vereinbarten Restwert zu kaufen. Ein Anrecht auf den Kauf hat der Leasingnehmer dabei jedoch nicht. Liegt der vereinbarte Restwert also unter dem tatsächlichen Wert, ist es möglich, dass der Leasinggeber einem Verkauf nicht zustimmt. Daher birgt diese Form des Leasings ebenfalls unkalkulierbare Risiken.

2. Vor- und Nachteile vom Auto-Leasing

Paar unterschreibt Leasing-Vertrag

Der größte Vorteil vom Leasing liegt darin, dass Du für einen bestimmten Zeitraum einen Neuwagen fährst und ihn wieder abgibst, bevor die für den Gebrauchtwagen typischen Instandhaltungen anfangen. Ebenso muss nach dem Vertragsende kein neuer Käufer gesucht werden. Inserate und Ankäufersuche fallen somit weg.

Besonders für den gewerblichen Sektor, also für Selbstständige und Firmen, ist das Leasing eine beliebte Investition: Die Kosten werden steuerlich verrechnet, wodurch sich die Zahlungen an das Finanzamt verringern. Für Privatpersonen ergibt sich der Vorteil der geringeren Ratenzahlung als bei einer Finanzierung.

Doch was viele Leasingnehmer nicht bedenken: Die niedrigen Raten beziehen sich auf die Nutzung, nicht auf den Wagen selbst.

Leasing bedeutet nicht, dass das Fahrzeug im Anschluss zum Verkauf steht. Auch wenn der PKW nicht genutzt wird, fallen die Leasing-Raten an. Hättest Du ein eigenes Auto, könntest Du es in so einer Situation verkaufen. Die vorzeitige Kündigung des Leasing-Vertrages ist meist nicht möglich. Wenn das geleaste Auto gestohlen oder in einen Unfall verwickelt wird, übernimmt die Versicherung lediglich den Zeitwert des Wagens und nicht unbedingt den von der Leasingfirma geforderten Betrag.

Eine mögliche Differenz ist vom Leasingnehmer selbst zu tragen. Zudem kommen ebenfalls hohe Nachzahlungen auf den Fahrer zu, wenn bei Vertragsende nicht alle Bedingungen erfüllt worden sind und beispielsweise das Kilometerlimit überschritten wurde.

Vorteile

  • kaum Instandsetzungskosten
  • kein Verkauf nötig
  • bei gewerblicher Nutzung: steuerlich komplett absetzbar
  • niedrige Raten pro Monat

Nachteile

  • kein Fahrzeugbesitz
  • Vertrag schwer kündbar
  • Raten fällig, auch wenn Auto nicht genutzt wird
  • Nachzahlungen, wenn Kilometer-Limit überschritten

3. Gebrauchtes Auto: Leasing sinnvoll?

Nummernschild mit Leasing-Aufschrift

Das Auto-Leasing wird meist nur für Neuwagen abgeschlossen. Auch wenn diese Option der Fahrzeugmiete für Gebrauchtwagen möglich ist, wird sie seltener genutzt. Für gebrauchte PKW fallen häufig durch Reparaturen mehr Kosten an, als es bei neuen Wagen der Fall ist. Da der Leasingnehmer für diese Gebühren selbst aufkommt, ist das Auto-Leasing durch diesen finanziellen Aspekt für Gebrauchtwagen weniger geeignet. Lässt Du dieses Risiko allerdings außer Acht, lohnt sich das Leasing für ein Auto durchaus: Die monatlichen Raten fallen meist geringer als beim Neuwagen-Leasing aus.

Gebrauchtwagenleasing lohnt sich vor allem bei jungen Gebrauchten. Sie weisen deutlich weniger Bedarf für Reparaturen auf, bringen aber durch ihren Status als Gebrauchtwagen niedrigere Raten mit sich. Somit ist ein Jahreswagen beim Leasing durchaus lohnenswert.

4. Auto-Leasing ohne Anzahlung

Inzwischen gibt es auch viele Anbieter, die das Auto-Leasing ohne Anzahlung bereitstellen. Das heißt, dass Du zu Beginn des Vertrages keinen finanziellen Vorschuss leistest, um den Wagen zu leasen. Meistens umfassen die Beträge eine Spanne zwischen 1.000 und 10.000 Euro, abhängig vom Hersteller und Modell.

Auf den ersten Blick klingt das Leasing ohne Anzahlung sehr lukrativ, jedoch sollten Interessierte bedenken, dass der wegfallende Anzahlungsbetrag auf die Raten gerechnet wird. Das bringt monatlich also eine höhere Belastung mit sich.

5. Auto-Leasing, Finanzierung oder direkter Autokauf?

Paar unterschreibt Leasingvertrag

Der Unterschied zwischen Auto-Leasing und Finanzierung liegt im Erwerb: Auch wenn Du bei beiden Optionen monatliche Raten zahlst, bist Du bei Auto-Leasing Angeboten nur Fahrzeugnutzer, bei der Finanzierung hingegen Fahrzeugbesitzer. Planst Du nach dem Auto den Wagen zu erwerben, bist Du besser beraten, Dich gleich via Finanzierung um einen Autokauf zu bemühen. Denn beim Auto-Leasing wird, wenn der Autokauf am Ende der Leasingzeit überhaupt stattfindet, dieser meistens nur zu überhöhten Preisen angeboten. Den finanziellen Vorteil hast Du demnach mit der Finanzierung.

Für das Leasing eines Autos spricht, gegenüber der Finanzierung und dem Autokauf, der Fakt, dass kein großes Marktrisiko besteht. Selbst wenn das Modell auf dem Automobilmarkt an Wert verliert, hat das keinen Einfluss auf den Nutzer, wohl aber auf den Besitzer. Letzterer macht hier Verlustgeschäfte, während für den Leasingnehmer alle Werte konstant sind. Der Leasingnehmer hat sich nur um anfallende Reparaturen zu kümmern.

Leasing

Vorteile

  • geringes Marktrisiko
  • späterer Autoverkauf überflüssig

Nachteile

  • Kündigung meist nicht möglich
  • kein Autobesitz
  • nur Nutzungsrecht

Finanzierung

Vorteile

  • finanzielle Planung möglich
  • Besitz des Autos

Nachteile

  • hohe monatliche Raten
  • meist lange Laufzeit

Autokauf

Vorteile

  • sofortiger Autobesitz
  • keine Folgekosten

Nachteile

  • hohe, einmalige finanzielle Belastung
  • später Aufwand mit Verkauf/Entsorgung