Die Automobilbranche – neue Möglichkeiten am Arbeitsmarkt

Die Automobilbranche und ihre Jobs entwickeln sich immer weiter. Hier finden Sie einen Überblick über neue Berufszweige und es werden relevante Studiengänge vorgestellt.

11.06.2018

Neue Jobs in der Autoindustrie

1. Neue Jobs rund um das Auto – Ein Überblick

Jährlich werden in Österreich im Schnitt 348 Patente angemeldet, die mit der Automobilbranche zu tun haben. Jede 67. Auto-Innovation weltweit hat ihren Ursprung in Österreich. Zurzeit geht der Trend in Richtung autonomes Fahren – Autos, die ohne menschliche Hilfe selbst fahren können. Hier entstehen schnell völlig neue Berufsbilder. Ein weiteres immer schneller wachsendes Feld bilden elektronische Kfz, die ganz ohne Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel auskommen. Auch hier steigt die Nachfrage nach Fachkräften rasant an.

Die Anforderungen an Elektronik und Innenausstattung der Autos verändern sich zudem durch die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge laufend. Dadurch bilden sich Chancen für neue Produkte. Außerdem entstehen ständig neue Konzepte, die die Automobilbranche erweitern und dadurch neue Jobs generieren. Ein Beispiel hierfür ist Ride Sharing. Prognosen zufolge werden in Zukunft immer weniger Personen ein eigenes Auto besitzen. Die Privatautos werden zunehmend durch Carsharing und Mitfahr- und Taxidienste ersetzt.

Nicht nur Elektrotechniker, Mechatroniker und Mechaniker werden gebraucht, sondern auch Programmierer und Experten für künstliche Intelligenz. Zudem brauchen die Firmen geschultes Management-Personal für Projekte. Consultants – also externe Experten – werden derzeit ebenfalls stark nachgefragt. Gesucht werden auch Fachkräfte für Technical Marketing und Automotive Testing, die Innovationen testen und vermarkten sollen. Des Weiteren entstehen laufend neue Ausbildungen und Studiengänge, die die Absolventen auf die neue Automobilindustrie vorbereiten sollen.

2. Elektroautos brauchen Fachpersonal

Laut ÖAMTC kann man in Österreich zurzeit 16 verschiedene Elektroauto-Modelle erwerben. Durch eine höhere Anzahl von E-Autos auf den Straßen steigt der Bedarf nach Elektro-Kfz-Mechanikern. Hierfür muss erst noch ein neues Berufsbild und Ausbildungsmodell entwickelt werden. Unsachgemäßer Umgang mit Elektroautos kann wegen der hohen Spannung zu Verbrennungen und körperlichen Schäden durch Elektrizität führen. Deswegen ist gut ausgebildetes Sachpersonal schon jetzt äußerst wichtig.

Das BFI Wien bietet bereits eine Ausbildung für Arbeiten und Reparaturen an Hochvolt-Fahrzeugen an. Und auch das E-Mobility Fuhrparkmanagement ist das Thema eines anderen, angebotenen Seminars.

Bei Kfz mit Diesel- oder Benzinantrieb sind die Stromstärken meist so gering, dass sie für den Menschen kaum gefährlich werden können. Bei elektrischen Fahrzeugen sind sie allerdings so hoch, dass besondere Sicherheitsmaßnahmen notwendig werden. Dafür wird oft speziell geschultes Fachpersonal mit Vorkenntnissen benötigt. Die Ausbildung des BFI richtet sich daher vor allem an Menschen mit elektrotechnischen Kenntnissen wie zum Beispiel:

  • Kfz-Techniker
  • Kfz-Elektriker
  • Kfz-Mechatroniker und Kfz-Mechaniker.

Aber auch Fachkräfte mit traditionellen Ausbildungen werden in der E-Auto-Branche laufend gesucht. So schreibt zum Beispiel focus.de: „In 16 Prozent der Stellenanzeigen im Bereich E-Auto werden Entwicklungs- oder Testingenieure gesucht. Sechs Prozent der Stellenanzeigen suchen Entwickler für Software oder Applikationen. Fünf Prozent betreffen Prozess- oder Projektingenieure […] [oder] auch Wirtschaftsingenieure […].“ (Stand 20.10.2017)

3. Automatisierung und Autonomes Fahren sorgen für neue Jobs

Automatisierung schafft nicht nur gewisse Jobs ab, sie schafft gleichzeitig auch neue. Jemand muss schließlich die Maschinen, die später die Arbeit der Menschen machen, entwerfen, konstruieren, programmieren und warten. Dadurch entstehen Berufsbilder wie das des Automatisierungstechnikers, dessen Aufgabe es ist, Montageanlagen zum eigenständigen Arbeiten zu bringen. Weiters steigt die Nachfrage nach Ingenieuren, Konstrukteuren, Maschinenbauern und Programmierern.

Ein weiterer wachsender Wirtschaftssektor ist der Bereich der autonomen Fahrzeuge. Erst kürzlich ist in Österreich ein neues Kraftfahrgesetz in Kraft getreten, das das automatisierte Fahren auf Teststrecken möglich macht. Dadurch ist die autonome Autoindustrie auch bei uns im Aufschwung. Es werden Software-Entwickler benötigt, um intelligente Software zu programmieren. Durch die hohe Komplexität steigt außerdem die Notwendigkeit für Sicherheit, weshalb Security Experten gefragt sind. Auch Experten für Sensoren und Ähnliches werden benötigt.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey können durch autonome Kfz neue Geschäftsmodelle generiert werden. Da es dadurch nicht mehr notwendig ist, dass sich die Menschen selbst auf das Lenken und Fahren konzentrieren, wird die Nachfrage nach Unterhaltungsangeboten steigen. Zudem besteht die Möglichkeit, individuell zugeschnittene Wartungspakete zu generieren, die das Auto selbstständig in die Werkstätte des Herstellers fahren. Sektoren wie Logistik, Stadtplanung und Versicherungen werden sich durch autonome Autos vermutlich ebenfalls verändern, was wiederum eine erhöhte Nachfrage nach entsprechenden Berufsgruppen mit sich bringt.

4. Die wichtigsten Qualifikationen in der Autoindustrie

Die Automobilindustrie benötigt gut ausgebildete Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, um den Herausforderungen der Zukunft gegenübertreten zu können. Technische Berufsgruppen wie zum Beispiel Ingenieure, Konstrukteure, Maschinenbauer, Mechatroniker, Mechaniker und Elektriker werden immer gebraucht. Durch die Automatisierung von Autos und Maschinen steigt zudem der Bedarf nach Programmierern, Security Experten und Automatisierungstechnikern.

Auch verschiedene Arten von Managern und Consultants sind gefragt, um Projekte zu leiten und angemessen zu beraten – beispielsweise Qualitätsmanager, Projektmanager oder Systemplaner. Sales Manager und Marketing Experten dürfen ebenfalls nicht fehlen, damit die innovativen Fahrzeuge vermarktet werden. Consultants sind hingegen externe Fachkräfte, die verschiedenste Firmen auf Anfrage zu bestimmten Einzelbereichen bestens beraten.

Durch eine Lehre können Sie zurzeit die folgenden Berufe in der Autoindustrie erlernen:

Automobilkaufmann

  • Dauer: 3 Jahre

Servicefahrer

  • Dauer: 2 Jahre

Berufskraftfahrer

  • Dauer: 3 Jahre

Metallbauer Fachrichtung Nutzfahrzeugbau

  • Dauer: 3,5 Jahre

Kraftfahrzeugmechatroniker

  • Dauer: 3,5 Jahre

5. Der passende Studiengang für Sie

Wie oben beschreiben werden viele verschiedene Berufsgruppen derzeit stark gesucht. Für einige davon gibt es passende Studiengänge, die Ihnen die nötigen Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt beibringen. Beispiele für solche Ausbildungen sind unter anderem Automatisierungstechnik (Wien, Graz oder Salzburg), Industrielogistik (Leoben), Maschinenbau (Wien oder Graz) und Mechatronik (Linz oder Innsbruck).

Diese Studiengänge sind oft sehr allgemein und ermöglichen es Ihnen, in verschiedenen Branchen Fuß zu fassen. Dem Eintritt in die Autoindustrie steht damit allerdings auch nichts im Weg. Wenn Sie sich schon im Studium voll und ganz auf die Auto-Industrie spezialisieren wollen, gibt es dafür ebenfalls geeignete Studiengänge. Zurzeit bieten in Österreich mehrere Universitäten Studiengänge an, die direkt etwas mit der Automobilbranche zu tun haben und relevante Fähigkeiten vermitteln.

Am Johanneum Graz können Sie Automotive Engineering studieren (Bachelor und Master), wodurch Sie zum „Allrounder auf dem Gebiet des Automobilbaus“ ausgebildet werden. In Wels gibt es das Masterstudium Automotive Mechatronics and Management. Hier sind die Schwerpunkte sowohl auf die Mechatronik als auch auf die wirtschaftliche und soziale Kompetenz gelegt. Auch an der FH-Hagenberg – dem „Silicon Valley Österreichs“ – entsteht voraussichtlich ab Herbst 2018 der Bachelorstudiengang Automotive Computing. Dort liegt der Fokus auf der Entwicklung von innovativen IT-Systemen und Services.

6. Ein Blick in die Zukunft der Autoindustrie

Bis zum Jahr 2030 wird sich der Umsatz der Autoindustrie laut des McKinley Reports von 2017 beinahe verdoppeln. Besonders der Absatz der chinesischen Autofirmen wird bis dorthin vermutlich um 50 Prozent wachsen und somit für ein Fünftel der Umsätze in der Autobranche verantwortlich sein. In unseren Breitengraden sind dann relativ neue Konzepte wie zum Beispiel Shared Mobility, Konnektivität und autonomes Fahren die treibenden Kräfte für das Wachstum der Branche.

Schon alleine die Produktion von Batterien für Elektroautos ist ein Antriebsfaktor für die Wirtschaft. In den kommenden fünf Jahren werden zwischen 100.000 und 600.000 Elektroautos verkauft werden. 2021 wird die Hälfte der neu im Markt eingeführten Fahrzeuge voraussichtlich Elektroautos sein. Auch der Markt für selbstfahrende Autos wächst. Mittlerweile haben 80 Prozent der Autohersteller Pläne bis 2025 und bieten erste Technologien an.

Auch Shared Mobility nimmt bereits jetzt stark an Bedeutung zu. Ride-Sharing Dienste wie zum Beispiel Taxify fassen auch in Österreich Fuß und die Taxi-App Uber ist mittlerweile international bekannt. Auch soziale Netzwerke und andere Plattformen werden von Mitfahrbörsen genutzt. Bereits im Jahr 2017 wurden rund 32 Milliarden Dollar in die Shared Mobility investiert.

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