Auto-Simulator – Wie real ist der virtuelle Fahrspaß?

Wollen Sie das Gaspedal mal richtig durchdrücken? Was im richtigen Autoverkehr zu gefährlich ist, ist mit einem Auto-Simulator schnell und einfach möglich.

16.06.2014

Auto Simulator

Autofahren macht Spaß. Sowohl auf der Straße, als auch zu Hause mit einem Auto Simulator am Computer oder der Spielekonsole. Doch es stellt sich die Frage, ob diese Arten des Autofahrens miteinander vergleichbar sind. Kann eine Rennsimulation in Sachen Realität mit dem wirklichen Fahren eines Autos mithalten? In unserem Magazin gehen wir der dieser Frage auf den Grund und werden auch die bekanntesten und beliebtesten Rennsimulationen für Sie bewerten.

Vorab lässt sich sagen, dass es Simulationen gibt, die sehr nah an ein realistisches Fahrerlebnis heranreichen. Inwieweit das passiert, lässt sich an verschiedenen Punkten messen, die in der Summe das Fahren an einem Simulator möglichst nah an die Wirklichkeit heran bringen. Dazu zählen: die Autos, das Fahrverhalten, die Grafik/Animation und die Schadensdarstellungen

1. Auto Simulator: Die bekanntesten Vertreter

Ein Auto Simulator muss vor allem realistisch sein, damit er dem Namen Simulation auch gerecht wird. Unterschieden wird hierbei zwischen Rennsimulationen und Arcade Rennspielen. Letztere legen mehr Wert auf einen hohen Spielspaß als auf Realismus. Im Gegensatz zu diesen Spieletiteln, die mehr auf Action ausgelegt sind, gibt es noch eine Reihe an Rennsimulationen, bei denen teilweise sogar ein möglichst fehlerfreies Fahren ohne Anecken oder anderen Kollisionen belohnt wird. Bei ihnen ist es nicht möglich, eine Haarnadelkurve mit 180 km/h zu nehmen und dabei nicht aus dem Rennen zu fliegen.


All diese Beispiele haben ihre Stärken und Schwächen, was den Realitätsgrad anbelangt. Doch bevor sie im Einzelnen beleuchtet werden, zuvor noch ein paar allgemeine Worte dazu, wie realistisch ein Auto Simulator überhaupt sein kann.

2. Was ist mit einem Auto Simulator möglich?

Zunächst ist ein Auto Simulator eines: kein Auto. Es gibt einen klaren Unterschied, da eine Rennsimulation niemals vollständig ein realistisches Fahrgefühl vermitteln kann. Das liegt zum einen daran, dass die G-Kräfte fehlen, zum anderen, dass der Spieler in der Regel weniger Angst als bei einer wirklichen Autofahrt hat. Es ist etwas anderes, wenn am heimischen Bildschirm mit dem Joypad eine Kurve mit 200 km/h angefahren wird oder in der Wirklichkeit. Die Auswirkungen sind kaum vergleichbar und zeigen damit wohl den deutlichsten Unterschied zwischen der Realität und der Simulation. Jedoch erlaubt der Fortschritt der Technik, zumindest die G-Kräfte ebenfalls zu simulieren.

Durch spezielle Renncockpits, die mit professionellen Gaming-Lenkrädern und -pedalen ausgestattet sind und durch verbaute Aktoren das Cockpit realistische Bewegungen ausführen lässt, rückt die Rennsimulation noch näher an die Wirklichkeit heran. Jedoch muss selbstverständlich bei einem Auto Simulator kein Helm aufgesetzt werden und die hohen Temperaturen, die in der Regel in einem Rennwagen vorherrschen, halten sich im Gegensatz zur Realität auch in angenehmen Grenzen.

Allgemein lässt sich sagen, dass Rennsimulationen für professionelle Rennfahrer eine gute Übung sind, um Strecken besser kennenzulernen. Zudem gelten sie als gutes Konzentrationstraining. Das Fahrverhalten kann inzwischen beinahe exakt simuliert werden, sodass in diesem Punkt die Grenze zwischen Wirklichkeit und Simulation verschwimmt. Titel wie „The real driving Simulation“ oder „Get real“ unterstreichen zusätzlich den Anspruch, noch realistischer zu werden und vermitteln den Eindruck, möglichst nah an einem wirklichen Fahrerlebnis zu sein. Im Jahr 2005 machte das Magazin „Popular Science“ einen speziellen Test.

Die American LeMans-Rennfahrer Gunnar Jeanette und RJ DeVera fuhren in dem Auto Simulator Spiel „Forza Motorsport“ die Rennstrecke „Road Atlanta“. Danach wiederholten Sie das Rennen mit den gleichen Autos, aber auf der wirklichen Strecke. Ein Vergleich der schnellsten Runden ergab, dass die Fahrten sich sehr ähnelten, jedoch mit dem Unterschied, dass beide Fahrer in der Simulation etwas schneller waren. Hier ist der Faktor der Furcht vor einem Crash und ernsthaften Verletzungen entscheidend.

3. Die einzelnen Faktoren bei einem Auto Simulator

Um beurteilen zu können, welcher Auto Simulator höchsten Ansprüchen in Sachen Realismus gerecht wird, muss jeder relevante Faktor einzeln betrachtet werden (Stand Mai 2014):

GTR 6 - Gran Turismo 6

Autos

  • Echte Autos, beinahe alle Lizenzen
  • Fahrverhalten

  • Vereinfachte Steuerung + realistische Fahrdynamik
  • Grafik/Animation

  • Mit Schwächen & Stärken
  • Schadensmodelle

  • Schadensmodell vereinfacht, erst ab Teil 5 der Serien vorhanden
  • Race on

    Autos

  • Über 300 Fahrzeuge in 10 Klassen
  • Fahrverhalten

  • Sehr realistisch
  • Grafik/Animation

  • Veraltet
  • Schadensmodelle

  • Optisch durchwachsen, jedoch realistisch
  • rFactor

    Autos

  • 13 Fahrzeuge in der Basisversion
  • Fahrverhalten

  • Sehr realistisch
  • Grafik/Animation

  • Veraltet
  • Schadensmodelle

  • Realistisch; Einzelteile fallen ab
  • Live for Speed

    Autos

  • 20 Fahrzeuge
  • Fahrverhalten

  • Sehr realistisch
  • Grafik/Animation

  • Veraltet
  • Schadensmodelle

  • Realistisch; Schaden wirkt sich auf Fahrverhalten aus
  • iRacing

    Autos

  • 39 Fahrzeuge
  • Fahrverhalten

  • Sehr realistisch
  • Grafik/Animation

  • Veraltet
  • Schadensmodelle

  • Mäßiges Schadensmodell

  • Hier wird deutlich, dass es die perfekte Software für einen Auto Simulator nicht gibt, sondern alle in gewissen Bereichen Kompromisse eingehen. Zudem sei erwähnt, dass es sich bei „iRacing“ und „Live for Speed“ um kostenpflichtige Online-Spiele handelt.

    4. Ein Auto Simulator mit eigenem Cockpit

    Was den Realitätsgrad an einem Auto Simulator noch einmal anhebt, ist ein eigenes Cockpit. Dafür wird zunächst nicht mehr viel als ein Gaming-Lenkrad benötigt, wie etwa das „Logitech G27 Racing“ und ein dazugehöriger Sitz. Es gibt professionelle Cockpitsitze, wie etwa den „Playseat Gearshift“, jedoch kann hierbei auch jeder andere bequeme Sitz verwendet werden. Damit sich der Sitz bewegt und die G-Kräfte simuliert, ist schon etwas mehr technisches Verständnis nötig.

    Allein die Vielzahl der Möglichkeiten an Umsetzungen macht eine detailgetreue Anleitung an dieser Stelle unmöglich. Hierbei gibt es sowohl von technischer als auch von preislicher Seite her keine Grenzen nach oben. Für ein Cockpit können sowohl 1.000 Euro, als auch 100.000 Euro ausgegeben werden und dennoch gäbe es immer noch etwas zu verbessern.

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