Fahrgefühl der Extraklasse mit dem Tesla Model S Performance

Vollelektrischer Allradantrieb, ein Autopilot und ein starker Fokus auf die Sicherheit beim Fahren. Aber wie gut macht sich das Model S von Tesla eigentlich beim Fahren?

14.11.2017

bunte Autos

Jahrelang unterschätzt und von den Großen belächelt, revolutioniert das kalifornische Unternehmen Tesla Motors nun die Automobilbranche. In Sachen Elektrofahrzeuge macht der jungen Firma so schnell kein alteingesessener Konzern etwas vor: Tesla hat die alternativen Autos salonfähig gemacht – und spricht damit nicht nur den umweltbewussten Fahrer an, sondern auch jene, für die das eigene Auto auch immer noch ein Statussymbol oder ein nettes Accessoire ist.

Die Attraktivität ihrer Produkte bewies Tesla erstmals 2008, als fünf Jahre nach der Gründung des Unternehmens durch Elon Musk, Jeffrey Straube, Martin Eberhard und Marc Tarpenning der Tesla Roadster auf den Markt kam. Der zweisitzige Sportwagen schafft dank Lithium-Ionen-Batterien über 340 Kilometer am Stück und kann mit 288 PS aufwarten. Während Tesla für den Roadster noch mit Lotus Cars zusammenarbeiten musste, um Fahrgestell und Karosserie für das Fahrzeug zu erhalten, wird das neue Model S in vollkommener Eigenproduktion hergestellt. Grund genug, die amerikanischen Wegbereiter in der Niederlassung in Berlin zu besuchen und die schicke Elektro-Limousine aus der Nähe anzuschauen, anzufassen und Probe zu fahren.

1. Komfort, Anmut, Technik im Tesla S Modell Performance

Die Sonne blinzelt nur vorsichtig durch die Wolken, als wir an diesem Nachmittag Ende Juni die Neuschreibung alternativer Antriebe am eigenen Leib miterleben wollen. Im Süden der deutschen Hauptstadt, direkt neben dem Flughafen Schönefeld, verbirgt sich die Welt von Tesla Motors in einem kleinen unscheinbaren Häuschen – genau die richtige Umgebung, um das Kraftpaket in Ruhe kennenzulernen. Kaum angekommen, werden wir mit einer freundlichen und direkten Begrüßung im Hause Tesla empfangen. Nach einer kurzen Einweisung in die Räume, in denen man bedenkenlos vom Fußboden essen kann, werden auch schon die Daten unseres Probefahrers mittels iPad in das interne System aufgenommen. Nach dieser Formalität ist es endlich soweit: Wir gehen auf den Parkplatz vor dem Gebäude und begegnen dort dem Tesla MODEL S PERFORMANCE. Anmutig und elegant steht er in roter Lackierung und ohne Türgriffe vor uns.

Erst nachdem wir den Schlüssel berührt haben, zeigen sie sich und das Auto lässt sich öffnen. Neben den dunklen Lederbezügen sticht sofort das edle Armaturenbrett mit seinem in die Mittelkonsole integrierten 17 Zoll Touchscreen ins Auge. Sobald das Fahrzeug geöffnet wird, schaltet sich der Screen ein und dient als Instrument für die Navigation, die gesamte Steuerung und für den Überblick zu sämtlichen Fahrzeugdaten. Doch auch multimediale Angebote wie Musik und Internet sind entweder über WLAN oder über eine internetfähige SIM-Karte verfügbar. Selbst das Einstellen vom Bodenabstand ist sehr einfach. Mit einer Fingerbewegung auf dem Display lässt sich das Auto anheben oder senken. Sowohl für das System als auch für alle individuellen Fahrer-Apps stellt Tesla regelmäßige Software-Updates zur Verfügung, die bei Nicht-Benutzung des Wagens durchgeführt werden können. Mit dem Touchscreen kann man auch sein zuvor gespeichertes Fahrerprofil auswählen und sofort in der richtigen Position losfahren. Knöpfe suchen wir im MODEL S beinahe vergebens, doch der in Deutschland vorgeschriebene Warnblinker-Knopf befindet sich ästhetisch dem Design angepasst links vom Display. Um die Symmetrie zu erhalten, wurde auf gleicher Höhe auf der rechten Seite eine Taste zum Öffnung des Handschuhfachs eingebaut. Den Tachometer erleben wir als TFT-Display, das uns die wichtigsten Daten zur Geschwindigkeit und zum Verbrauch sowie der Rückgewinnung bei Leerlauf anzeigt. Die Kombination aus Touchscreen und TFT-Display ist perfekt – das komfortable Fahrerlebnis ist uns garantiert, dessen sind wir uns sofort sicher.

2. Was steckt unter der Motorhaube des Tesla S Modells?

Der große Moment ist da, unsere Testfahrt beginnt. Es ist absolut nichts zu hören, der Motor erzeugt nicht ein einziges Geräusch. Die Gangschaltung ist auf ein komfortables Minimum reduziert: Zwei Gänge reichen aus, um die Fahrrichtung einzustellen. Mit dem Betätigen des Strompedals erzeugen wir eine extreme Beschleunigung von 600Nm und kommen zwischen 4-6 Sekunden auf 100km/h. Das Fahrgefühl ist ohnegleichen: komfortabel, sportlich und schnell lassen wir die Landschaft an uns vorüberziehen. Wir werden in die exzellent verarbeiteten, geschmeidigen Ledersitze gedrückt und genießen die überaus unkomplizierte Bedienung. Unsere Erwartungen werden mit jedem Meter übertroffen. Wir hätten noch weitere Personen an diesem beeindruckenden Erlebnis teilhaben lassen können, denn die Limousine bietet im Gegensatz zum Tesla Roadster Platz für 5 Erwachsene und - entgegen der Fahrtrichtung mit Hecksitzen - noch zusätzlich Raum für zwei Kinder. Die Reichweite des schicken Gefährts beträgt bei einer Geschwindigkeit von 80km/h knapp 400 Kilometer und ist somit als erstes Elektromobil autobahntauglich. Die Aufladung der Lithium-Ionen-Batterien erfolgt zum einen kostenlos an sogenannten Supercharger-Stationen, die derzeit in der Bundesrepublik ausgebaut werden. Innerhalb von 20 Minuten ist der Akku bereits zu 50 Prozent geladen, nach 40 Minuten sind es schon 80 Prozent. Zum anderen kann auch daheim aufgeladen werden: Hier wird der volle Akku nach circa 8 Stunden erreicht - bei einem Strompreis von 26ct/kWh kommt man dabei auf gut 23 Euro.

Unser Fazit:

Nach dem einzigartigen Erlebnis mit dem MODEL S PERFORMANCE wissen wir, dass Tesla eines seiner Ziele erreicht hat: Elektroautos werden nach über einhundert Jahren Geschichte endlich für die breite Masse zugänglich. Wir sind schon gespannt auf den ersten SUV von Tesla Motors, der - familienfreundlich mit integrierten Kindersitzen und futuristisch mit Flügeltüren - 2015 auf den Markt kommen soll.

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